4.11.17

Töpfermarkt in Alzey - Meike Hickmann von der Allgemeine Zeitung am 3. November 2017

Von Meike Hickmann
ALZEY - Bunt illustriert oder schlichte Farben, perfekt abgerundet oder raue Natürlichkeit – Ton hat so viele Gesichter, wie ihm der Kunsthandwerker gibt. Über 30 von ihnen aus ganz Deutschland stellen ihre Arbeiten am kommenden Wochenende aus. Ein Keramiker für jedes Jahr sozusagen, denn der Töpfermarkt gibt seit 1983 geradezu den Ton an. Seit das Ehepaar Solga, damals noch in Ober-Hilbersheim das „Stelldichein der Töpfer“ auf einem Hofgelände erstmalig organisierte, ist der Markt eine Institution für Keramikkunst geworden. Dieses Jahr eröffnet er am Freitag um 14 Uhr im Stadtweingut und Burggrafiat in der Schlossgasse. Am Samstag ist ab 10 Uhr geöffnet, am Sonntag ab 11 Uhr – jeweils um 18 Uhr schließt der Markt.
Vergangenes Jahr hatten elf international bekannte Keramiker die Sonderausstellung bestritten. Dieses Jahr konzentriert sie sich unter dem Titel „Lebendiges Wasser“ auf Ulrich Witzmann. Seit 25 Jahren beschäftigt er sich hauptsächlich mit Wasserobjekten – großen wie dem Marktplatzbrunnen in Nierstein oder der im Rheinhessenbad in Nieder-Olm, aber auch kleinere für Garten und Balkon. Die Objekte eint eine nach oben strebende Formensprache sowie dezente Farben mit dominierendem Blau. Inspiriert sei er von einer Pflanze in den Anden, die Puya Raimondii, die in 4500 Metern Höhe wächst, ist auf der Website des Töpfermarktes zu lesen.
Ob Gebrauchsgeschirr oder Dekor, alle Aussteller bieten handgefertigtes, vieles sind Unikate. Einige kommen aus Höhr-Grenzhausen, die Stadt im Westerwald mit der Fachhochschule für Keramik wird auch „Kannenbäckerstadt“ genannt. Wie zum Beispiel Maria Meyer und Ute Matschke – was die eine töpfert, bemalt die andere mit phantasievollen Figuren. Armin Skirde sind dagegen Struktur und auch Bearbeitungsspuren am Ton wichtig: Nur mit dünner Außenglasur haben seine Stücke einen erdigen Charakter.
Die Wiesbadenerin Sabine Rosenbach arbeitet dagegen mit Feldspatenglasuren, wodurch die Keramiken leicht gläsern wirken, Form und Farben häufig klar geometrisch.
Martina Sigmund-Servetti kommt aus Heilbronn, ihre Porzellanarbeiten haben etwas schwebendes, leichtes, sie schreibt auf der Website: „Jedes Gefäß an dem sich das Auge ausruhen kann und welches man gerne in die Hand nimmt ist eine Bereicherung und Impuls.“
Das Gründer-Ehepaar hat sich inzwischen aus Altersgründen zurückgezogen, der „Freundeskreis Töpfermarkt Alzey“ übernahm 2009 die Organisation. Parallel ist am 5. November verkaufsoffener Sonntag – erste Weihnachtsgeschenke, ob tönern oder nicht, können am Wochenende also erworben werden.

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