23.11.13

Der Töpfermarkt in der Schloßgasse gehört in Alzey unwiderruflich zum Monat November

Töpfermarkt in Alzey noch bis Sonntag 23.11.2013 - ALZEY Von Kathrin Damwitz .
Wer handgearbeitete Unikate mit dem besonderen Touch mag, der ist beim Töpfermarkt genau richtig.
Foto: photoagenten/Axel Schmitz

Der Töpfermarkt in der Schloßgasse gehört in Alzey unwiderruflich zum Monat November
Die besondere Atmosphäre macht den Reiz aus: In gemütlichem, überschaubaren Rahmen werden die Unikate an den 31 Ständen präsentiert, die Kunden kommen mit den Produzenten direkt ins Gespräch. Wenn es am Nachmittag allmählich dunkel wird, lodert ein Feuer in der tönernen Schale im Hof des Stadtweingutes. Glühweinduft liegt in der Luft, und die Besucher können in Ruhe an den Ständen vorbei bummeln. Für Fans handgemachter, individueller Gebrauchskeramik aus Meisterhand bleiben fast keine Wünsche offen – so vielfältig sind Formen, Farben, Motive auf dem Geschirr. Schon am Freitagnachmittag zur Eröffnung der Veranstaltung herrschte reger Betrieb in den Höfen von Burggrafiat und Stadtweingut. Erstmals dabei war Keramikerin Judith Radl aus Bendorf, die nach acht Jahren schöpferischer Arbeit in Amsterdam wieder in Deutschland lebt. Sie hatte Steinzeuggeschirr in Grün und Türkis auf den Tischen stehen, das durch seine floralen Muster und die außergewöhnliche Gestaltung ins Auge fiel. „Ich bringe gern traditionelle Stoffmuster auf die Schalen, Platten, Zuckerdosen, Vasen. Dazu benutze ich auch Stoffstempel“, erläuterte sie. Das hohe Niveau spreche für den Alzeyer Töpfermarkt, ebenso das „tolle Ambiente“, sagte Judith Radl. Nach fast 20-jähriger Pause machte Susanne Altzweig wieder mit, die daran erinnerte, dass schon die Gründer des Marktes, das Erbes-Büdesheimer Künstlerehepaar Solga-Winter, sehr viel Wert auf die Qualität des Angebotenen gelegt hätten. Das sprach sich bei den Werkstätten herum, es gebe etwa 15 Anfragen im Jahr, die er ablehnen müsse, weil der Platz begrenzt sei, sagte Frank Jung, der mit Willi Schmitz, Sam Weisenborn und Martin Goerg die Organisation des Töpfermarktes von den Solga-Winters übernommen hat. Auch Martina Sigmund-Servetti ist erstmals in Alzey vertreten; sie verwendet feines, französisches Porzellan, das eine cremeweiße Tönung hat. Da sie es teilweise sehr dünn arbeitet, scheint das Licht hindurch, etwa bei ihren aparten „Seeigeln“, die durch Led-Lichter von innen leuchten. Highlight im Foyer des Weingutes sind Skulpturen von Beate Thiesmeyer, einer international anerkannten Keramikerin, die sich in Richtung freie Kunst bewegt und keine Gebrauchstöpferware mehr herstellt. Dromedare, Elefanten und eine lesende Frau auf einer hohen Tonsäule, in ein blaues Gewand gekleidet, zogen hier die Blicke auf sich. „Das gefällt mir sehr gut, ich werde mir alles genau anschauen“, kommentierte eine Besucherin die Kunstwerke. Bürgermeister Christoph Burkhard eröffnete mit dem Organisationsteam den Töpfermarkt am Freitagnachmittag und begrüßte die „Betriebe, die ihr Handwerk verstehen“. Der Markt locke auch viele auswärtige Besucher in die Stadt und besteche durch die hohe Qualität der Ware. „Schön, dass in der früheren Kelterhalle des Weingutes jetzt ebenfalls Stände zu finden sind“, befand das Stadtoberhaupt. Burkhard wünschte den Ausstellern, dass sie am Sonntag zufrieden aus Alzey abreisen und wirtschaftlich erfolgreich seien.

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